Verantwortung

Das Interview mit dem Geld

Eines schönen Tages traf ich eine blassgrün gekleidete Gestalt zusammengekauert auf einer Bank im Grünen sitzend. Sie sah mit leeren Augen auf einen scheinbar unendlich weit entfernten Punkt auf dem Boden, und sagte kein Wort. Mir erbarmte diese Gestalt und ich beschloss mich vorsichtig neben sie zu setzen. Vielleicht tat ihr ja ein bisschen Gesellschaft gut!? Und während ich so eine Weile neben ihr saß, packte ich mein Jausenbrot aus, und bot ihr ein Stück davon an – wortlos, versteht sich.

Im Augenwinkel vernahm sie wohl meine Angebotsgeste und blickte mich von der Seite mit einer Mischung aus Unverständnis und leichter Skepsis an. Ich lächelte sie an und bedeutete ihr, dass sie gerne zugreifen kann, wenn sie will. „Es ist genug für uns beide da“, meinte ich schließlich, „…und gemeinsam schmeckt es doch irgendwie besser, nicht wahr?!“ Sie nickte wortlos und nahm sich ein Stück meiner Jause zu sich auf den Schoss.

Ich biss herzhaft in den von mir so liebevoll zubereiteten Sandwich, und noch während sie auf ihren Teil vom Brot blickte, sagte sie plötzlich: „Wieso hast du mir von deiner Jause gegeben? Hast du keine Angst, dass du zu wenig haben wirst für deinen Hunger?!

Ich entgegnete: „Nein, wieso auch, wenn ich noch Hunger habe, dann kann ich mir ja noch was kaufen.“

Die Gestalt sah mich schweigend an und nickte. Es ließ mir einfach keine Ruhe,… diese Traurigkeit in ihren Augen, diese jämmerlichen Lumpen am Leib, und dann noch diese Resignation und Hoffnungslosigkeit… das hält ja keiner aus, dachte ich bei mir, und nahm vorsichtig Anlauf für eine Gesprächsanbahnung: 

Ich: „Darf ich dich fragen, wieso du so traurig und versunken dasitzt? Man könnte meinen, es sei jemand gestorben!“

Gestalt: „Irgendwie ist das ja auch so, auch wenn nicht wirklich JEMAND gestorben ist. Vielmehr ist ETWAS gestorben – glaub ich zumindest…“

Ich: „Und was wäre das?

Gestalt: „Die Freude an mir.

Ich: „Ich möchte wirklich nicht indiskret sein, aber wer bist du denn überhaupt und wieso meinst du, dass die Freude an dir gestorben sei?

Gestalt: „Wer ich bin?! – Ich bin das wonach alle sich sehnen, wonach viele streben, wonach viele aufgegeben haben zu greifen, – ich bin das wofür sie sich zuweilen die Schädel einschlagen, bin was sie anderen rauben, womit sie schlimme Dinge tun, und wenn sie mich dann haben, sind sie erst recht nicht satt und glücklich, sondern wollen nur noch mehr von mir, aber nicht etwa weil sie mich so sehr lieben, sondern weil sie mich einsperren wollen, weil sie mich missbrauchen wollen, und weil sie mich für die Abschottung ihrer Ängste benutzen wollen. Sie haben mich zu etwas gemacht, was ich nie war, und nie sein sollte. Sie haben vergessen, wofür ich eigentlich bin, und selbst wenn ich reichlich bei ihnen bin, sind sie immer noch unruhig und nervös – zuerst weil sie mich nicht haben, und dann weil sie mich haben! Wie soll ich denn da nicht traurig und resigniert sein!? – Sag mir das? Wie soll das gehen???

Ich: „Ich weiß immer noch nicht so wirklich wer du bist?!

Gestalt: „Echt nicht?! – Benutze deine Phantasie, aber eigentlich brauchst du die gar nicht mal dafür… welche Sache auf der Welt, wird von Euch Menschen so benutzt, behandelt, betrachtet und gejagt???“

Ich: „Du meinst Geld? – Ich sitze also hier auf dieser Bank neben Geld? – Echt jetzt!?

Geld: „Ja, warum nicht!? Ich dachte mir, ich lauf mal unter euch als Euresgleichen herum, und höre und sehe mir mal so an, was euch dazu treibt, so mit mir umzugehen. Das hab ich nun eine ganze Weile unentdeckt getan, und weißt du, so Inkognito als Bettler-Gestalt erfährst du viel über das Geldbewusstsein der Menschen. Ich kann spüren ob mir jemand gibt, weil er oder sie sich als „Gut-Mensch“ fühlen möchte, oder ob das jemand aus seiner inneren Bereitschaft und Fülle heraus macht. Ich kann hören was ihr über mich denkt, wenn ich mich an eure Seite stelle, besonders in Kaufhäusern höre ich unfassbar schlimme Dinge über mich….

Ich: „Und was hörst du da so?“

Geld: „Wo fang ich da am besten an

Das scheiß Geld, immer hab ich zu wenig davon.

Hoffentlich merkt meine blöde Mutter nicht, dass ich ihr das Geld für die Playstation geklaut hab…ich sag einfach ich hab´s von einem Freund geborgt.

Wenn das depperte Geld nicht wär, wäre das Leben viel schöner!

Immer diese reichen Arschlöcher, die können sich all den Plunder hier locker leisten, und ich …!? – Scheiß Geld.

Gott, ich hasse meine Geldsorgen – hört das denn nie auf!?

Ich bin es so leid, dass sich meine Freundin immer alles kaufen kann, und ich nur blöd daneben stehen muss…

Ich werd nie genug Geld haben um mir schöne Dinge zu kaufen.

Ja, ja, Geld verdirbt halt doch den Charakter!

Ohne Geld ist das Leben einfach öde und fade, ich würde alles dafür tun…

Ich muss einfach schauen, dass ich zu möglichst viel Geld komme, dann kann mir keiner mehr blöd kommen, dann mach ich sie alle fertig!

Immer sind die guten Sachen so teuer, und die billigen nicht gut!

Usw.

möchtest du noch mehr hören?! Sie stehlen mich, aber ich will nicht gestohlen werden! Sie verbrennen mich, aber ich will nicht verbrannt werden! Sie sperren mich ein und weg, aber ich will Freiheit und fließen! Sie missbrauchen mich um anderen Schmerz zuzufügen, aber ich will niemanden weh tun, und tue es ja auch nicht!

Ich: „Danke, ich habe genug gehört, ich glaube das reicht mir fürs erste. Ich verstehe, was du meinst. Das ist alles wirklich gar nicht schön!“

Geld: „Und dabei bin ich so ganz anders, als die alle von mir denken und reden! Weißt du, ich war mal eine Erleichterung, eine geniale Idee, die die Schwierigkeiten des Tauschhandels mit einem Schlag löste, die erst mal vieles in Fluss gebracht hat, florierende Märkte und Geschäfte für euch ermöglicht hat. Ich sollte eigentlich glücklich machen, Freude bringen, Vereinfachung im Alltag herstellen und so. Stell dir vor, du willst einen Stuhl gegen ein Regal tauschen. Dann müsstest du den ganzen Tag den Stuhl mit dir herumschleppen in der Hoffnung, dass du auf einen triffst, der zufällig einen Stuhl wie deinen braucht und noch zufälliger ein Regal dabei hat, das du suchst! Selbst mit dieser Internet-Sache geht das nicht so einfach… gut das Schleppen fällt weg, aber das Kümmern und Warten bleibt mitunter! Mit mir wird´s leicht und unkompliziert. Ware gegen mich, und mit mir kann der andere dann wieder tun was er will und braucht, und schon sind zwei zufrieden. – Und dem nicht genug! Sie wollen mich sogar ganz abschaffen, und durch irgendwas virtuelles ersetzen, dass sie besser kontrollieren können. Als ob ICH ihr Problem wäre…!

Ich: „Ich denke, dass ist uns Menschen schon noch bewusst, dass du vieles vereinfachst. Aber das mit dem glücklich machen, das hinkt tatsächlich, da geb ich dir Recht.

Geld: „Weißt du, diejenigen die immer soviel jammern und ihre Zeit mit Neid verschwenden, sind genau diejenigen, die mich niemals zu sich herzlich „einladen“! Ich komme gerne zu jedem, der mich wahrhaft willkommen heißt, zu jedem der was Gutes, Lustiges, Schönes oder wie immer freudvoll Gestaltetes mit mir machen möchte, – und manchmal komme ich auch zu jenen, die aufgrund ihrer innerseelischen Verfinsterung, etwas durch mich über sich lernen müssen! Das ist der Teil meiner Aufgabe, der weniger Spaß macht, aber den hab ich mit in Kauf genommen, weil auch das am Ende etwas Gutem dient. Aber ich bin doch nicht auf dieser Welt, damit mich so gut wie jeder abwerten, einsperren, instrumentalisieren, oder gar missbrauchen kann.“

Ich: „Weißt du, ich denke das ist der Knackpunkt mit dem viele Menschen ein mentales Problem haben. Sie verstehen nicht, warum du manchmal zu bösen Menschen so reichlich kommst, und zu guten Menschen so selten bis gar nicht!“

Geld: „Also das ist doch die Höhe! Ich komme nicht zu den Schlechten und zu den Guten nicht! Das ist so nicht richtig. Die Grundsache ist: ES GIBT MICH. Wo soll ich denn bitte schön hin, wenn die angeblich guten Menschen nicht nach mir greifen, sich nicht um mich bemühen, mich in Wahrheit tief in sich verteufeln… dann geh ich halt zum Teufel – einige von euch schicken mich ja sprichwörtlich dort hin. Aber das bedeutet doch nicht, dass es mir dort gefällt! Und mal abgesehen von den Fällen wo das möglicherweise zu Recht so anmutet, es gibt weitaus mehr Situationen, in denen ihr mit euren Wertbeimessungen und Vermutungen völlig daneben liegt! Nicht alle Menschen bei denen ich mich reichlich und lange aufhalte, sind auch schlechte Menschen. Oft ist es nur euer Neid, der sie gerne so hinstellen würde, weil ihr zu feige oder zu faul seid euch um mich zu bemühen! Aber ihr seht oft nicht, wie liebevoll und sorgsam mich manche von euch einladen – und wie viele wunderbare Dinge sie mit mir tun, …und auch nicht nur für sich, sondern auch für andere, die es verdienen. Und oft sind im übrigen diese sogenannten guten Menschen gar nicht so gut, wie sie vorgeben zu sein oder scheinen!

Ich: „Da hast du wohl recht. Ich kenne selbst ein paar von denen. Aber weißt du, vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet wir beide uns hier getroffen haben! Ich unterrichte zufälligerweise über dich. Ich bringe Menschen mit durchaus gutem Herzen bei, wie sie dich erfolgreicher einladen können. Und ich bin sehr froh, dir heute hier begegnet zu sein. Denn nun kann ich ihnen von dieser Begegnung berichten und werde alles was du mir noch über uns und dich verrätst, an meine Seminarbesucher weitergeben. – Vielleicht verbessert sich ja dann deren Einstellung zu dir wieder, und du kannst wieder mehr Menschen Glück und Freude spendieren…!? – Wie klingt das für dich?“

(die Gestalt beginnt übers ganze Gesicht zu strahlen, sie sitzt plötzlich in Grün und Gold schimmernden Kleidern vor mir – und obwohl ich nicht sagen könnte ob die Gestalt  männlich oder weiblich ist, mutet sie doch so wunderschön wie eine Königin an… sanft und stark zu gleich, erhaben und doch irgendwie einfach, wunderschön, feudal und auch irgendwie schlicht…)

Geld: „Ja, das ist eine wunderbare Idee! Dann erzähl ich dir einfach noch mehr von dem was ich auf meiner personifizierten Reise alles erfahren und erlebt habe, über mich und euch…und all das Seltsame, Traurige, und Wundersame…“

Und schon fing sie wie ein Wasserfall an zu plaudern und zu reden und zu schildern… und ich merkte, ihre ursprüngliche Traurigkeit schien wie weggeblasen. Hoffnung zeichnete ihre Gesichtszüge, und eine vorfreudige Lebendigkeit erfasste sie, je länger sie mir erzählte.

Ich habe gut zugehört, und wenn DU willst, erfährst du alles über dieses wunderbare und bereichernde Gespräch in dem Seminar:

„Make a wish! – Das ultimative Geld- und Selbstwert-Training! : https://claudia-lang-galerie.at/geldseminar/

Denn Fülle und Reichtum sind Grundrechte jeder Seele! – Auch die deinen.

Herzlichst, Deine Claudia Lang